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Machen Sie es dem Karies schwer – mit einer zahngesunden Ernährung!

15. Juli 2019 von SKD BKK

Eine zahngesunde Ernährung ist für Kinderzähne genauso wichtig, wie regelmäßige Zahnpflege. Doch was bedeutet das überhaupt – „zahngesunde Ernährung“? Kurz gesagt, ausgewogen und abwechslungsreich sollte sie sein. Zucker- und säurereiche Lebensmittel sind dabei tabu. Denn sie greifen den Zahnschmelz an und fördern die Kariesbildung.

Die „Zucker“-Falle – ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich!

Für eine zahngesunde Ernährung ist eine Zutat natürlich tabu: der gute alte Zucker. Doch auf Zucker zu verzichten, ist gar nicht so einfach, selbst wenn der gute Vorsatz da ist. Denn viele Lebensmittel enthalten ganz unvermutet Zucker. Ketchup, Chips, aber auch Saftschorlen, Fruchtjoghurt oder Frühstückscerealien, wie Cornflakes erscheinen auf den ersten Blick zuckerfrei, doch die Zutatenliste verrät das Gegenteil. Gerade in industriell gefertigten Produkten, steckt Zucker auch unter anderem Namen – selbst als „zuckerfrei“ deklarierte Produkte können süßende Substanzen enthalten, die genauso Karies fördern. Eltern sollten also stets die Zutatenliste auf versteckte Zucker hin prüfen. Zucker hat viele Namen – lassen Sie sich nicht täuschen!

Wenn folgende Begriffe auf der Zutatenliste eines Produkts stehen, ist es für eine zahngesunde Ernährung nicht geeignet. Denn auch diese Substanzen fördern die Kariesbildung:

  • Saccharose
  • Fruktose
  • Dextrose
  • Kandis
  • Sirup
  • Maltose
  • Malzextrakt
  • Süßmolkenpulver
  • Gerstenmalz
  • Agavendicksaft

Zahngesund ernähren und Nuckelflaschen-Karies vorbeugen.

Gerade bei Nuckelflaschen sollten Eltern darauf achten, mit was sie die Flasche füllen und wie lange Kleinkinder daran nuckeln. Denn Nuckelflaschen begünstigen die frühkindliche Karies (auch Nuckelflaschenkaries genannt), vor allem, wenn diese mit Säften, süßem Tee oder säurehaltigen Flüssigkeiten gefüllt sind. Durch das Nuckeln werden die empfindlichen Milchzähne von der Flüssigkeit umspült – der Zucker gelangt so in jede Ecke und kann großen Schaden anrichten. Besser sind deshalb stilles Wasser oder ungesüßter Tee für die empfindlichen Kinderzähne. Ein schneller Umstieg auf das Trinken aus Gläsern empfiehlt sich ebenfalls.

Heißt „zahngesunde Ernährung“ nie mehr Naschen?

Keine Sorge, Sie müssen zuckerhaltige Lebensmittel nicht komplett aus dem Speiseplan verbannen. Stattdessen sollten Sie darauf achten, wann und wie viel der Nachwuchs davon verzehrt. Süßigkeiten, die das „Zahnmännchen“-Logo tragen, sind wissenschaftlich auf ihre Zahnfreundlichkeit geprüft und ok. Grundsätzlich sollte Süßes am besten direkt nach der Hauptmahlzeit verzehrt werden und nicht als Snack zwischendurch. Ausgiebiges Kauen fördert dazu den Speichelfluss. Es hilft auch schon den Mund nach der Mahlzeit kurz mit Wasser zu spülen, um Speisereste loszuwerden. Nach dem Essen ist der Zahnschmelz besonders empfindlich, weshalb ca. 30 Minuten mit dem Zähneputzen gewartet werden soll. Insbesondere nach dem Verzehr säurehaltiger Speisen, wie zum Beispiel Zitrusfrüchte.

Zahnfreundliche Lebensmittel.

Generell gilt, dass Lebensmittel mit viel Kalzium den Zahnschmelz aber auch Knochen stärken. Allerdings kann der Körper Kalzium nur in Kombination mit Vitamin D optimal verwerten. Kalzium enthalten dabei vor allem Milchprodukte in großen Mengen. Vitamin D bildet unser Körper hauptsächlich durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf unsere Haut. Auch Fisch (Aal, Lachs, Sardinen), in der Sonne gewachsene Champignons oder Eigelb enthalten Vitmain D. Fluorid unterstützt dazu die Härte der Zähne und ist natürlich auch in Fisch, Walnüssen oder Mineralwasser enthalten.

Zuckerfreie Kost:

Kalzium-, Fluorid- und Vitamin-haltige Lebensmittel:

  • Milchprodukte, z. B. Käse, Milch, Quark (Kalzium)
  • Brokkoli und anderes grünes Gemüse (Kalzium und Vitamine)
  • Pilze (Vitamin D)
  • Möhren, Feldsalat, Sellerie (Vitamin A, beugt Zahnfleischentzündungen vor)
  • Fenchel, Paprika, Petersilie (Vitamin C, unterstützt gesundes Zahnfleisch)
  • Mineralwasser, Fisch, Walnüsse (Flourid, härtet die Zähne)

Lebensmittel, die den Speichelfluss und die Zahnfleischdurchblutung anregen:

  • z. B. festes Vollkornbrot oder Gemüse als Rohkost

Zahnfeindliche Lebensmittel.

Säure beschädigt den Zahnschmelz, Fruchtsäuren besonders schädlich, allerdings regt der Verzehr von Obst auch den Speichelfluss an, weshalb die Säure sozusagen weggespült wird und nicht über einen längeren Zeitraum an den Zähnen haften kann. Auch der Verzehr von Obst zusammen mit anderen Lebensmitteln mindert die Gefahr, die von der Fruchtsäure ausgeht. Klebrige Lebensmittel, wie Bonbons oder Fruchtriegel sind ebenfalls tabu, weil sie sich in an Zähnen und vor allem in den Zahnzwischenräumen festsetzen und den perfekte Nährboden für Bakterien darstellen. Der Speichel reicht dabei nicht aus, um die klebrigen Rückstände wegzuspülen.

Typische Zuckerbomben:

  • Süßigkeiten (auch Müsliriegel, Cornflakes und Co.), Softdrinks, Säfte
  • klebrige, weiche Produkte (z. B. Fruchtriegel oder -püree, Kekse, Trockenobst)
  • Fertigprodukte (Soßen, Gerichte)
  • Obst, obwohl gesund, enthält es viel Zucker
  • Fruchtjoghurt

Auch Säure greift den Zahnschmelz an und schadet den Zähnen:

  • Zitrusfrüchte (Zitronen, Kiwis, Grapefruits, Orangen oder Mandarinen)
  • Haltbare Produkte wie Bonbons oder Kaugummi
  • Limos (Cola enthält z. B. Phosphorsäure für den Geschmack)

Zahngesunde Ernährung – ein Plus für die ganze Gesundheit!

Nicht nur Kinderzähne profitieren von einer zahngesunden Ernährung. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung tut dazu der ganzen Gesundheit gut. Denn Kinder lernen so bewusst zu essen und zu hinterfragen, was die Lebensmittel, die sie verzehren eigentlich mit dem Körper machen. Auch wie gegessen wir, verdient mehr Aufmerksamkeit. Ein gründliches Kauen, der Verzicht auf Snacks und geregelte Mahlzeiten gehören zum Beispiel unbedingt zu einer gesunden Ernährung dazu. Im Blick auf die Zahngesundheit sollten Eltern gerade in der Schule darauf achten, dem Nachwuchs möglichst zahnfreundliche Lunchpakete mitzugeben. Denn Zähneputzen können Kinder meist erst, wenn sie von der Schule nach Hause kommen. Genauso lernen ältere Kinder, über eine zahngesunde Ernährung, die Tücken von Zucker kennen und dass der Blick auf die Zutatenliste sich lohnt. Übrigens: Warum Zucker nicht nur für Zähne gefährlich ist, sondern auch für die allgemeine Gesundheit erfahren Sie in unserem Blog-Beitrag „Zu viel Zucker schadet der Gesundheit.

Bild: goodmoments / Essentials Kollektion / istockphoto.com

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