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Zahnarztangst? Pustekuchen!

03. September 2019 von SKD BKK

Der erste Zahnarztbesuch ist für Kinder immer eine Herausforderung: die neue Umgebung, ungewohnte Geräusche und neue Geräte – das macht natürlich erst einmal Angst. Um Zahnarztangst bei Ihrem Nachwuchs entgegenzuwirken, ist es wichtig, Kinder frühzeitig an das Thema „Zahnarzt“ heranzuführen. Den ein Zahnarzttermin kann sogar richtig Spaß machen, wenn Sie einige Dinge beachten.

Warum haben Kinder Angst vor dem Zahnarzt?

Wie heißt es so schön: Die Eltern sind ihren Kindern die größten Vorbilder. Das gilt auch hinsichtlich des Umgangs mit ihren Ängsten. Denn das Bangen vor dem Zahnarzt ist längst nicht auf das Kindheitsalter begrenzt. Rund 20 % der Erwachsenen sitzen mit großem Unwohlsein auf dem Behandlungsstuhl und etwa 5 % drücken sich sogar komplett davor sowie über lange Zeiträume hinweg. „Dentalphobie“ nennt sich das psychologische Phänomen, das durchaus „vererbbar“ ist. Zum Beispiel, wenn Eltern sich aus eigener Angst heraus weigern, ihr Kind zum Zahnarzt zu begleiten oder ein negatives Bild von Mundhygiene vermitteln. Dabei erfordert gerade dieses Thema ein besonders hohes Maß an Sensibilität und reichlich Geduld im Umgang mit dem eigenen Kind. Dazu gehört regelmäßiges und gründliches Zähneputzen bis hin zur umsichtigen Vorbereitung auf den Zahnarzttermin. Eine Zahnarztpraxis kann auf Grund unbekannter Geräusche und Geräte an sich schon einschüchternd wirken. Verbunden mit schlechten Erinnerungen an Schmerzen und Spritzen birgt sie noch mehr Angstpotenzial. Hier ist Nachsicht gefragt, zusammen mit einer Prise Feingefühl und Gesprächen, die Ihrem Kind die Angst nehmen.

Wie erkennt man Zahnarztangst?

Ihrem Kind wird übel, und das ausgerechnet auf dem Weg zur Zahnarztpraxis. Es hat Schwierigkeiten, Luft zu holen, beginnt zu zittern oder merklich zu schwitzen. Was nach allgemeinen Symptomen einer Grippeerkrankung klingt, kann sich als Anzeichen einer Zahnarztangst entpuppen. Auch Unruhe und Gereiztheit vor dem Zahnarzttermin deuten auf starke Angstgefühle gegenüber der Behandlung hin. Manchmal reicht sogar der bloße Gedanke an die Zahnarztpraxis oder das typische Geräusch des Bohrers aus, um das Herz Ihres Schützlings schneller schlagen zu lassen oder ihm die ganze Nacht lang den Schlaf zu rauben. Auffällige Verhaltensweisen Ihres Kindes sollten Sie daher ebenso ernst nehmen wie körperliche Symptome, die im Zusammenhang mit einem Zahnarztbesuch auftreten. Werden diese nämlich übergangen, könnte sich die Behandlung schnell in eine traumatische Erfahrung verwandeln.

„Mama, wann darf ich wieder zum Zahnarzt?“

Es gibt so einiges, das Eltern vor oder während des Besuchs tun oder besser lassen sollten. Mit diesen 8 Tipps bereiten Sie sich und Ihr Kind bestmöglich auf den bevorstehenden Zahnarzttermin vor.

1. Schnupperbesuch gegen Zahnarztangst

Tipp Nummer 1 folgt ganz dem Motto: Was man schon kennt, fürchtet man nicht. Darum nehmen Sie Ihr Kind doch einfach zu einem eigenen, simplen Routine-Termin mit oder vereinbaren Sie einen Kennenlern-Termin bei Ihrem Zahnarzt. So hat das Kind die Chance schon vorab und aus sicherer Distanz Umfeld, Instrumente und Abläufe kennenzulernen. Vielleicht darf Ihr Nachwuchs auch das eigene Kuscheltier behandeln und selbst in die Zahnarzt-Rolle schlüpfen.

2. Positiv denken

Eine Zahnarztangst entwickelt sich nur, wenn man Negatives im Zusammenhang mit dem Zahnarzt erlebt hat. Um von vornherein auszuschließen, dass Ihr Kind durch Horrorgeschichten von dem kommenden Termin abgeschreckt wird, hilft es schon einfach keine negativen Erlebnisse von eigenen Zahnarztbesuchen zu erzählen. Am besten behalten Sie auch den Termin des ersten Zahnarztbesuchs erstmal für sich, damit Ihr Nachwuchs keine anderen Negativ-Erfahrungen einholen und den Zahnarztbesuch ganz unvoreingenommen wahrnehmen kann.

3. Zweideutige Aussagen vermeiden

Sätze wie „Du brauchst keine Angst zu haben“ suggerieren dem Kind, dass es durchaus Grund zur Zahnarztangst geben könnte. Sparen Sie sich auch Aussagen wie „War doch nicht so schlimm.“ Denn dies übersetzt Ihr Kind mit „Es hätte als schlimm sein können“, was mitunter Angst vor dem nächsten Termin schürt.

4. Belohnungsgeschenke gegen Zahnarztangst? Lieber nicht!

Wenn Sie denken, Zahnarztangst mit Belohnungsgeschenken ausmerzen zu können, liegen Sie leider falsch. Im Gegenteil, die Geschenke vermitteln Ihrem Kind lediglich den Eindruck, dass es die Belohnung nur gibt, weil der Zahnarztbesuch etwas Unangenehmes ist, dass das Kind erfolgreich durchgestanden hat. Wie bei Tipp Nummer 3 könnte ein solches Vorgehen, die Angst vor einem weiteren Termin schüren.

5. Zu einem Kinderzahnarzt gehen

Wer kann, sollte mit seinem Nachwuchs zu einem Kinderzahnarzt gehen. Überall in Deutschland gibt es Praxen, die sich auf die Behandlung von Kindern spezialisiert haben. Das Team ist im Umgang mit diesen geschult und die Räumlichkeiten auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten ausgelegt. So wird der Zahnarztbesuch auf jedenfall zum spannenden Erlebnis für Ihr Kind und hilft dazu Zahnarztangst vorzubeugen.

Der Bundesverband der Kinderzahnärzte stellt Eltern eine Kinderzahnarztsuche zur Verfügung – hier finden Sie per Postleitzahl-Eingabe ganz einfach Praxen in Ihrer Nähe.

6. Übermäßigen Körperkontakt vermeiden

Auch wenn es vielleicht schwer fällt, vermeiden Sie übermäßigen Körperkontakt zu Ihrem Kind während des Zahnarztbesuchs. Denn ständiges Streicheln und an der Hand halten vermitteln nur, dass es sich in einer unangenehmen Situation befindet. Bleiben Sie bei der Behandlung eher im Hintergrund, damit Ihr Kind eine Beziehung zum Zahnarzt und seinem Team aufbauen kann und sich nicht nur auf Sie fixiert.

7. Das A und O bei Zahnarztangst: Bleiben Sie gelassen

Diesen Tipp sollten Sie sich wirklich zu Herzen nehmen, den ein Zahnarztbesuch ist einfach nur das: ein Zahnarztbesuch. Deshalb machen Sie daraus keinen Staatsakt, sondern behandeln Sie ihn so alltäglich, wie einen Wocheneinkauf.

8. Das Wichtigste zum Schluss: Gut vorsorgen!

Der beste Weg, um den Zahnarztbesuch für Ihr Kind so entspannt wie möglich zu gestalten, liegt in der Prophylaxe. Tägliche Zahnpflege, ein zahngesunde Ernährung und regelmäßige Kontrollen sind essentiell, um Zahnarztangst vorzubeugen. Warum? Ganz einfach: Die Wahrscheinlichkeit für eine schmerzhafte Prozedur ist äußerst gering, wenn Sie bei Ihrem Kind gut vorgesorgt haben. Sollte es dennoch dazu kommen, besteht die Möglichkeit dem Kind mit Lachgas den Eingriff zu erleichtern: Es wirkt beruhigend und schmerzlindernd.

Bild: shironosov | Essential Kollektion|istockphoto.com

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