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Rechte von Schwangeren am Arbeitsplatz

04. November 2018 von SKD BKK

Arbeit und Schwangerschaft sind häufig schwer miteinander zu vereinen. Deshalb stellt oft der Spagat zwischen Familie und Beruf im Alltag eine große Herausforderung dar. Doch irgendwann kommt der Moment: Sie stehen mitten im Berufsleben und erwarten ein Kind. Dadurch ändert sich ab diesem Zeitpunkt einiges im Job. Laut Mutterschutzgesetz gibt es besondere Rechte von Schwangeren am Arbeitsplatz, die sowohl die Gesundheit der Frau als auch die ihres Kindes während dieser Zeit schützen.

Arbeitgeber frühzeitig informieren

Sobald Sie schwanger sind, sollten Sie den Arbeitgeber darüber informieren. Denn erst ab diesem Moment können Sie Ihre Rechte des Mutterschutzgesetzes in Anspruch nehmen. Ein geeigneter Zeitpunkt ist nach den ersten drei Monaten, wenn die Schwangerschaft sicher feststeht. Der Arbeitgeber ist für die Sicherstellung Ihres Mutterschutzes verantwortlich.

Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten

Zum Schutz der Gesundheit von schwangeren Frauen und ihren ungeborenen Kindern gibt es einige Rechte von Schwangeren am Arbeitsplatz in Hinsicht auf die Arbeitsbedingungen und die Arbeitszeiten. Dazu gehören regelmäßige Pausen sowie ein Umfeld ohne erhöhte Unfallgefahr. Diese Tätigkeiten sind während dieser Zeit verboten:

  • häufiges Strecken oder Beugen
  • Arbeit mit dem Risiko einer Berufskrankheit, wie zum Beispiel mit chemischen Stoffen
  • Schälen von Holz
  • Arbeiten auf Beförderungsmitteln
  • Tätigkeit mit hoher Unfallgefahr
  • Bedienung von Maschinen mit dem Fuß
  • mehr als vier Stunden Arbeiten im Stehen (ab dem 5. Monat)
  • regelmäßig mehr als fünf Kilogramm heben, bewegen oder fördern

Wer bis jetzt für solche Aufgaben zuständig war, bekommt andere Tätigkeiten zugewiesen. Gibt es keinen neuen Einsatzort, kann der Arzt ein Beschäftigungsverbot ausstellen. Das Gehalt wird in diesem Fall weiterhin voll bezahlt. In Hinsicht auf die Arbeitszeiten gelten folgende Rechte:

  • nicht länger als 8,5 Stunden pro Tag
  • Akkord- und Fließarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo
  • Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr
  • Arbeit an Sonn- und Feiertagen

Einige Ausnahmen und besondere Regelungen gibt es in folgenden Bereichen:

  • Landwirtschaft
  • Gastronomie und Beherbergungswesen
  • Kunst- und Vergnügungsgewerbe
  • Verkehrswesen
  • Familienhaushalt
  • Krankenhäusern und ambulante Pflege
  • Badeanstalten

Kündigungsschutz für schwangere Frauen

Von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Schutzfrist nach der Entbindung ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber unzulässig. Dieser gilt bis einschließlich vier Monate nach der Geburt. Ausnahmeregelungen gibt es zum Beispiel bei einer Insolvenz oder Stilllegung des Betriebes. In solchen speziellen Fällen ist eine Genehmigung durch das Aufsichtsamt erforderlich.

Fazit: Rechte von Schwangeren am Arbeitsplatz

Durch die Rechte von Schwangeren am Arbeitsplatz wird sichergestellt, dass Ihre und die Gesundheit Ihres Kindes bestmöglich geschützt sind. Bei Fragen sowie Verstößen durch den Arbeitgeber können Sie sich an die zuständige Mutterschutz-Aufsichtsbehörde wenden.

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem im Leitfaden zum Mutterschutz vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die SKD BKK unterstütz werdende Eltern und bezuschusst deshalb zusätzliche Vorsorgeleistungen in der Schwangerschaft. Von Geburtsvorbereitungskurs über Kostenübernahme für Hebammenleistungen bis hin zu Mutterschaftsgeld – eine Übersicht unserer Serviceangebote finden Sie in unserer Leistungsbroschüre. Nehmen Sie bei Fragen rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Bild: g-stockstudio / iStock Kollektion / thinkstockphotos.de

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