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Postnatale Depression – Informationen für Betroffene

29. Dezember 2018 von SKD BKK

Wenn frischgebackene Mütter Schwierigkeiten mit ihrem Baby haben, suchen viele den Fehler bei sich selbst. Auch ihre Umgebung hält ihre Probleme häufig für normal oder aber unterstellt ihnen Übertreibung. Dazu kommen oft Schuldgefühle, da es in der Gesellschaft als ganz selbstverständlich erachtet wird, dass Mütter sich im Umgang mit ihrem Nachwuchs sicher und wohl fühlen. Doch wenn dem nicht so ist, liegt das keinesfalls daran, dass die betroffenen Frauen schlechtere Mütter als andere sind oder gar ihre Kinder nicht lieben. In einigen Fällen treten nach der Geburt postnatale Depressionen auf.

Anzeichen der postnatalen Depression

Die postnatale Depression, umgangssprachlich auch als Wochenbettdepression bezeichnet, tritt bei Frauen nach der Geburt auf und kann unterschiedliche Schweregrade und Längen aufweisen. Auch ein Auftreten bei Männern ist möglich, allerdings seltener. Zu den Symptomen einer postnatalen Depression gehören sowohl Anzeichen, die auch bei anderen depressiven Erkrankungen auftreten, als auch solche, die sich auf die besondere Situation beziehen:

  • Traurigkeit, auch Gefühlskälte oder -armut
  • Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Schwierigkeiten aufzustehen
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Ängste
  • Selbstzweifel

Zusätzlich empfinden Betroffene oft das quälende Gefühl, keine guten Eltern sein zu können oder – im schlimmsten Fall – ihr Kind nicht zu lieben. Zudem haben sie den Eindruck, dieser aktuelle Zustand würde dauerhaft anhalten. Die Intensität der Symptome variiert sehr stark: In einigen Fällen handelt es sich nur um wenige Tage, in denen Müdigkeit und Trauer empfunden werden. In anderen leiden Betroffene viele Monate unter Depressionen, die ein normales Alltagsleben unmöglich machen.

Ursachen

Die Ursachen für postnatale Depressionen sind nicht endgültig geklärt. Sicher ist jedoch, dass es keine allgemeingültige Entstehungsgeschichte gibt. Stattdessen handelt es sich zumeist um eine Reihe von Faktoren, die zusammenspielen. Zunächst erfahren Frauen nach der Geburt viele körperliche Veränderungen, die unterschiedlich positiv oder negativ empfunden werden können. Auch die physische Erschöpfung der Entbindung spielt, ganz besonders in den ersten Tagen, eine große Rolle. Dazu kommen deutliche hormonelle Veränderungen, die sich auf die Stimmung auswirken können.

Auch psychische Belastungen, wie ein vergangenes Trauma, das mit Sexualität oder der eigenen Kindheit zusammenhängt, können durch ein so intensives Ereignis wie eine Geburt wieder in den Vordergrund treten. Nicht zuletzt muss sich die Mutter an ihre Rolle gewöhnen und vielen neuen Anforderungen stellen, die sie unter Umständen überwältigen. Zusätzlich suggerieren Medien das Bild einer immer zufriedenen, alle Schwierigkeiten meisternden Mutter. Wenn dazu noch eigener Perfektionismus oder hohe Ansprüche der Umgebung kommen, können die Zweifel rasch in Depressionen umschlagen.

Hilfe für Betroffene

In leichteren Fällen genügt es oft schon, sich in Selbsthilfegruppen, Betroffenenforen oder Ratgebern Tipps und Gleichgesinnte zu suchen. Allein das Wissen mit diesem Zustand weder allein noch daran schuld zu sein, kann bereits hilfreich sein, ebenso wie die Erkenntnis, dass er in den meisten Fällen nur vorübergehend ist. Sind die Probleme jedoch schwerwiegend oder langwierig, ergibt es Sinn, eine Therapie aufzusuchen. In jedem Fall ist ein unterstützendes und verständnisvolles Umfeld von großer Bedeutung.

Die SKD BKK steht Ihnen zur Seite, wenn Ihr Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Von Psychotherapie bis hin zu Burnout-Prävention – mit einer ganzen Reihe an Angeboten unterstützen wir Sie dabei, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren: 09721 9449-380 oder per Mail an versorgungsmanagement@skd-bkk.de.

 

Bild: KatarzynaBialasiewicz / EssentialsCollection / istockphoto.com

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