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Plastikfrei mit Kindern: So vermeiden Sie Kunststoff im Alltag

05. Dezember 2019 von SKD BKK

Wer kennt ihn nicht, den kurzen Schreckensmoment, wenn man feststellt, dass schon wieder Plastiksack voll ist. Laut Plasticontrol produziert ein Durchschnittseuropäer jährlich rund 100 Kilogramm Plastikmüll – obwohl es bis zu 500 Jahre dauert, bis Plastik verrottet. Für Tiere und Umwelt stellt das eine absolute Katastrophe dar. Aber auch für uns Menschen ist Plastik alles andere als unschädlich. Besonders als Elternteil sollte man deshalb Wert darauf legen, weitestgehend auf Plastik zu verzichten. Plastikfrei mit Kindern – leichter gesagt als getan? Zugegeben, ein Leben ohne Kunststoff ist in einem Singlehaushalt leichter umsetzbar als in einem Haushalt mit Kindern. Aber auch hier ist es kein Ding der Unmöglichkeit, Plastik im Alltag zu vermeiden.

Der Gesundheit zuliebe plastikfrei

Plastikfrei mit Kindern zu leben bedeutet gesünder zu leben, denn: Synthetischen Kunststoffe bestehen in der Regel aus Erdöl als Basisstoff. Ihm werden Stoffe wie Stabilisatoren oder Flammenschutzmittel beigemischt. Oft enthalten Plastikflaschen und -verpackungen den chemischen Weichmacher Bisphenol A (BPA). Dieser kann durch den Verzehr der in Plastik verpackten Lebensmittel in den Köper gelangen und dort verherende Schäden anrichten. In den Entwicklungsphasen von Kindern kann BPA das Erbgut angreifen, Krebs und Asthma auslösen. Daher sollten gerade für Lebensmittel alternative Verpackungsmaterialien wie Papier, Glas oder Edelstahl genutzt werden. Schadstoffe finden sich auch in günstig erworbenen Plastikprodukten wie Springseilen, Gummisandalen oder 1-Euro Spielzeug. Besagte Produkte verströmen oftmals einen gummiartig-öligen Geruch, der auf eine hohe Schadstoffkonzentration im Plastik hinweist. Viele Schadstoffe sind jedoch mit der menschlichen Nase nicht erfassbar und erscheinen deshalb geruchlos. Ein plastikfreier Haushalt bedeutet folglich eine Umgebung ohne Giftstoffe und damit ein sichereres Umfeld für Ihr Kind.

Kindern Nachhaltigkeit vorleben

Plastikfrei mit Kindern zu leben klingt toll. Nur wo macht man den Anfang? Das ist leicht beantwortet: Bei sich selbst. Leben Sie Ihrem Kind die richtige Einstellung gegenüber der Umwelt und dem Umgang mit Plastik vor; es wird sich ihr Verhalten abschauen und nachahmen. Die Gewohnheit stellt den entscheidenden Faktor dar. Um ihren Kindern eine nachhaltige Einstellung vorzuleben, ist es wichtig, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren. Bevor Sie etwas kaufen, denken Sie nach. Brauchen Sie das Produkt wirklich? Werden Sie es regelmäßig benutzen? Wenn beides der Fall ist, greifen Sie auf eine möglichst umweltfreundliche Variante zurück. Viele Gebrauchsgegenstände lassen sich durch eine nachhaltige Version ersetzen. Zahnbürsten zum Beispiel – aus Bambus statt Plastik. Darüber hinaus lohnt es sich, in qualitativ hochwertigere Produkte zu investieren. Warum statt dem Beistelltisch aus Plastik nicht einen aus Holz beschaffen? So sparen Sie auf lange Sicht sogar Geld, da das Produkt länger hält.

Plastikfrei mit Kindern - Einkaufen mit Stoffbeutel, Obstnetzen und Vorratsbehälter aus Glas.

Tipps für einen plastikfreien Alltag

Stofftasche statt Plastiktüte

Beim Einkaufen gilt es, wenig bis gar keinen Plastikmüll zu produzieren. Kaufen Sie daher unverpacktes Obst und Gemüse – gerne auch mal auf dem Wochenmarkt. Für Kinder ist das ein ganz anderes Erlebnis als ein Einkauf im gängigen Supermarkt. In Zero Waste Läden lassen sich Lebensmittel in mitgebrachte Behälter wie Dosen oder Gläser abfüllen, so dass kein Verpackungsmüll entsteht. Manche gängigen Supermärkte bieten sogar Stationen an, an denen man unverpackte Lebensmittel selbstständig portionieren kann. Falls sich kein derartiger Laden in Ihrer Umgebung befindet, können Sie dennoch plastikfrei einkaufen, indem Sie Kunststoffverpackungen umgehen. Wählen Sie beispielsweise Joghurt im Glas statt im Plastikbecher und Nudeln im Pappkarton statt in der Tüte. Außerdem hilft es, immer eine Stofftasche dabeizuhaben. Diese gibt es nicht nur in vielen bunten Farben und Mustern. Sie sind zudem äußerst leicht und können daher ruhig auch mal von Kinden getragen werden.

Brotzeitboxen für unterwegs

Ob für den Kindergarten, die Schule oder anderweitig unterwegs: Manchmal müssen Essen und Getränke einfach mit ins Gepäck. Viel besser als Frischhaltefolie und PET Flasche eignen sich zum Transport wiederverwendbare Behälter. Trinkflaschen aus Glas oder Aluminium sind dabei eine ebenso sinnvolle Investition wie Brotzeitboxen aus Bambus oder Aluminium. Sie machen nicht nur den vielen Verpackungsmüll überflüssig, sondern sind auch noch robust und daher sehr langlebig. Besonders wiederverwertbare Trinkflaschen zahlen sich auf Dauer aus. Sie lassen sich daheim prima mit gesunden und erfrischenden Getränken wie Leitungswasser oder Tee befüllen und außer Haus sind sie schnell mal unter den Wasserhahn gehalten. Mittlerweile gibt es in größeren sowie kleineren Städten sogenannte Refill Stationen. Das sind entweder öffentliche Trinkwasserbrunnen oder Läden, die ihren Zugang zu Leitungswasser zur Verfügung stellen. Sie signalisieren durch einen Aufkleber an der Ladentür, dass man sich seine mitgebrachte Flasche dort mit Leitungswasser auffüllen kann. Kostenlos – dank Umweltbewusstsein.

Spielzeug gebraucht kaufen

Fakt ist, dass ein Großteil des Kinderspielzeugs aus Kunststoff besteht. Sicherlich findet sich eine Vielzahl an Spielzeugoptionen aus alternativen Materialien wie Holz oder Biokunststoff auf dem Markt. Besagte Spielzeuge sind jedoch meist für Kleinkinder produziert. Ältere Kinder können sich kaum mehr dafür begeistern – im Gegensatz zu Lego, Playmobil und Co. Wenn Sie Ihrem Kind den Spaß an spezifischem Plastikspielzeug nicht verwehren möchte, haben wir folgenden Tipp für Sie: Kaufen Sie Spielzeug gebraucht. Eine gute Anlaufstelle dafür sind Flohmärkte, die oftmals jede Menge Kinderartikel anbieten. Auch auf Onlineplattformen für Gebrauchtwaren stößt man auf Spielzeug, das noch top in Schuss ist. Auf diese Weise entsteht kein zusätzlicher Plastikmüll und Ihr Kind kann sich trotzdem an ‚neuen’ Spielsachen erfreuen.

Womit Sie die Brotzeitboxen Ihrer Kinder füllen können, verraten wir Ihnen in unserem Blogbeitrag „Gesunde Pausenbrote für Kinder: Tipps und Ideen für leckere Snacks“.

Bildrechte:
© iStock / monkeybusinessimages
© iStock / Photographer

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