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Mein Kind wird gemobbt – was tun?

01. August 2019 von SKD BKK

Mein Kind wird gemobbt – die wohl schlimmste Vorstellung für Eltern. Doch ab wann kann man von Mobbing sprechen und was können Sie tun, wenn Ihr Kind in die Opferrolle rutscht? Zunächst gilt es die Warnsignale richtig zu deuten. Eine kleine Hänselei auf dem Pausenhof muss noch nicht bedeuten, dass Ihr Nachwuchs ein Mobbingopfer ist. Erst wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum gehänselt und ausgegrenzt wird, besteht Handlungsbedarf. Wir verraten Ihnen, wie Sie Kindern im Ernstfall richtig helfen.

Mobbing bei Kindern: die Alarmsignale richtig deuten

Sie denken Ihr Kind wird gemobbt? Dann sollten Sie besonders aufmerksam sein. Hören Sie genau zu, wenn der Nachwuchs von der Schule erzählt. Häufig ziehen sich Mobbingopfer aber auch zurück und wollen gar nicht mehr über die Schule sprechen. Folgende Alarmsignale können auf Mobbing hindeuten:

  • häufige Kopf- und Bauchschmerzen
  • Appetit- und Schlaflosigkeit
  • Ausreden bei Verletzungen oder beschädigten Gegenständen
  • Meiden von Klassenkameraden
  • Nervosität und Angespanntheit
  • Zurückgezogenheit und Ängstlichkeit
  • schlechte Noten
  • Traurig- und Lustlosigkeit

Mein Kind wird gemobbt – was kann ich tun?

Wenn kleine Sticheleien auf dem Pausenhof in Mobbing gipfeln, gilt es zu handeln. Wir haben einen Leitfaden ausgearbeitet, wie Sie Ihrem Kind bei Mobbing richtig helfen.

1. Ängste und Sorgen ernst nehmen

Eltern sollten beim Verdacht auf Mobbing besonders behutsam mit Ihren Kindern umgehen. Sie sind jetzt der wichtigste Ansprechpartner für den Nachwuchs. Versuchen Sie Ihr Kind zum Reden zu ermutigen und nehmen Sie den Kummer in jedem Fall ernst. Sätze wie „Das wird schon wieder.“, helfen nicht weiter. Reagieren Sie verständnisvoll. Das Kind muss das Gefühl haben, dass es mit seinen Sorgen und Ängsten nicht alleine ist und dass auch eine Besserung der Situation in Sicht ist. Sätze wie „Ich bin immer für dich da!“, können wahre Wunder wirken und zeigen den Kleinen, dass sie nicht alleine mit der Situation fertig werden müssen.

2. Mein Kind wird gemobbt: richtig reagieren

Im Gespräch mit dem Nachwuchs finden Sie heraus: Ihr Kind wird gemobbt. Jetzt sollten Sie auf Ihre Reaktion achten. Überdramatisieren hilft den Kleinen nicht weiter. Ganz im Gegenteil, der Nachwuchs bekommt erst recht das Gefühl, dass die Situation aussichtslos ist. Auch übermäßiges Mitleid ist unangebracht. Denn umso mehr die Kleinen bemitleidet und verhätschelt werden, desto attraktiver scheint die Leidensrolle. Das führt wiederum dazu, dass Kinder ihren Kummer weiter ausleben wollen. Doch wie sollen Eltern jetzt richtig auf die Hiobsbotschaft reagieren? Zunächst ist es wichtig, den Kleinen zu vermitteln, dass sie an der Situation nicht selbst Schuld sind und keinen Grund haben an sich zu zweifeln. Reden Sie dem Nachwuchs gut zu und stärken Sie sein Selbstbewusstsein.

3. Das sollten Eltern vermeiden

Im nächsten Schritt gilt es gemeinsam mit dem Kind eine Lösung zu finden, um gegen das Mobbing vorzugehen. Auch hier gibt es einige Dinge, die Eltern besser vermeiden sollten. Folgendes Verhalten, hilft Kindern nicht weiter, sondern kann die Situation sogar noch verschlimmern:

  • Beschwerden bei den Eltern der Mobber
  • direktes Konfrontieren der Mobber
  • Forderung nach Strafe bei den Lehrern
  • Appell „Wehr dich doch!“

4. Mobbingopfer richtig unterstützten

Ihr Kind wird gemobbt – jetzt gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Raten Sie dem Nachwuchs zunächst, sich seinem Lieblingslehrer anzuvertrauen. Sprechen Sie im Ernstfall auch ruhig selbst mit einem Schulpsychologen oder einer übergeordneten Stelle. Diese sind in der Regel gut ausgebildet und wissen, wie sie mit der Situation umgehen müssen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind gleich die Angst vor der Reaktion der Peiniger nehmen. Außerdem können Sie gemeinsam mit dem Nachwuchs überlegen, welche Plätze und Situationen zu meiden sind, um die Mobbing-Attacken zu umgehen. 

5. Selbstbewusstsein stärken

Doch was können Sie als Elternteil noch tun? Ein Kind wird gemobbt – verständlicherweise leidet darunter auch sein Selbstwertgefühl. Das wichtigste ist jetzt, dass Eltern das Selbstbewusstsein der Kleinen wieder aufpäppeln. Lenken Sie Ihr Kind ab und konfrontieren Sie es immer wieder mit neuen Situationen und Aufgaben. Tritt ein Erfolgserlebnis ein, können Sie den Nachwuchs ruhig loben. Außerdem macht Gemeinschaft stark. Deshalb sollten Eltern ihren Kindern immer wieder die Möglichkeit bieten, neue Kontakte zu knüpfen. Das können Schnupperkurse im Sportverein oder nahegelegene Freizeiteinrichtungen sein. Neue Freundschaften geben dem Kind Rückhalt und bieten einen guten Schutz gegen Mobbing-Attacken.

6. Rollenspiele als Übung gegen Mobbing

Natürlich können Sie als Elternteil den Nachwuchs nicht in jeder Lebenslage begleiten. Deshalb müssen die Kleinen lernen auch alleine richtig zu reagieren. Hier können Rollenspiele helfen. Spielen Sie mit Ihrem Kind typische Mobbing-Situationen durch. Wie würde sich das Opfer jetzt am besten verhalten? Es gilt natürlich: Mit gleichen Mitteln zurückschlagen ist verboten! Sie werden überrascht sein, welche kreativen Lösungen den Kleinen einfallen. Selbst wenn Kinder das Verhalten im Alltag nicht gleich anwenden, lernen sie, dass sie einer Mobbing-Situation nicht hilflos ausgeliefert sind.

Mehr Ablenkungsideen für Kinder finden Sie unter der Rubrik „Ideen“.

Bild: Ridofranz | Essentials Kollektion | istockphotos.com

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