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Leistungsdruck bei Kindern reduzieren: wie Sie Ihrem Nachwuchs helfen können

21. Dezember 2018 von SKD BKK

2 x 3 macht 4. Widdewiddewitt und Drei macht Neune!Ich mach’ mir die Welt. Widdewidde wie sie mir gefällt.

Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ hat sich schon vor Jahrzehnten zum Klassiker entwickelt und läuft auch heute noch regelmäßig an Ferien- und Feiertagen in Kinder- und Wohnzimmern auf den Fernsehern. Das weltbekannte sommersprossige Mädchen entscheidet sich nur für einen einmaligen Abstecher in die Schule. Und das nicht, um endlich die „Plutimikation“ zu erlernen, sondern um sich auch einmal auf Schulferien freuen zu können. Die Lebensfreude von Pippi bietet schon seit Generationen eine Projektionsfläche für unsere eigenen Wünsche. Endlich einmal tun und lassen können, was uns gefällt und alltäglichen Zwängen den Rücken zu kehren.

Langanhaltender Leistungsdruck bei Kindern kann psychosomatische Beschwerden verursachen

Geschichten wie „Pippi Langstrumpf“ sollten aber nicht das einzige Ventil sein, um dem von unserer Leistungsgesellschaft aufgebauten Druck abzubauen. Viele Eltern sind immer häufiger ratlos, weil ihren Kindern die Angst vor der Mathe- oder Englischarbeit auf den Magen schlägt. Was können Sie tun, um den Leistungsdruck bei Kindern zu reduzieren?

Eine gute Organisation schafft Freiräume

Wenn die Hausaufgaben schnell und konzentriert gemacht werden, bleibt auch noch Zeit für eigene Interessen. Deshalb ist es hilfreich, wenn ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wo das Kind ungestört arbeiten kann. Spielsachen sollten dabei nicht im Blickfeld sein und für Ablenkung sorgen. Ebenso wenig hilfreich ist es, wenn der neueste Klingelton vom Handy Gedankengänge beim Lernen unterbricht. So wie der Arbeitsplatz festgelegt ist, sollten auch die Hausaufgaben in einem bestimmten Zeitfenster erledigt werden. Wir wissen es zwar schon von unseren Großmüttern: Ein voller Magen studiert nicht gern. Aber dennoch ist es hilfreich, nach dem Mittagessen nicht allzu lange das Erledigen der Hausaufgaben aufzuschieben. Denn wer unerledigte Pflichten im Nacken spürt, kann seine Freizeit nicht wirklich genießen.

Eltern sollten ihre Erwartungen herunterschrauben

Wir erinnern uns, dass Pippis Vater fern im Taka Tuka Land lebt und ihre Mutter gestorben ist. So ist also niemand da, der ihr sagt, sie solle gefälligst gute Noten schreiben und niemand, der sie zwingt, aufs Gymnasium zu gehen. Und keiner, der sie mit Anika oder Lena vergleicht und damit demütigt, weil sie im Ranking anscheinend nicht mithalten kann. Sie hat keine Eltern, die befürchten, dass ein sozialer Abstieg besiegelt sei, wenn sie nicht besser als alle anderen ist. Wir müssen nämlich bedenken, dass wir oft unsere eigenen Ängste und den eigenen Druck an unsere Kinder weitergeben. Pippi hingegen kann davon träumen, einmal Seeräuber zu werden und muss nicht Medizin, Jura oder BWL studieren, nur weil das gesellschaftlich anerkannte und gut bezahlte Berufe sind.

Mit Gelassenheit den Leistungsdruck bei Kindern reduzieren

Viele Eltern setzen ihren Nachwuchs unbewusst unter Druck, weil sie das Beste für ihre Sprösslinge wollen und es gut mit ihnen meinen. Wir wissen jedoch: Gut gemeint ist oft nicht gut gemacht. Eine gesunde Prise Gelassenheit ist oft der bessere Ratgeber. Wichtig ist, dass die Kleinen Leistungswillen entwickeln. Dies ist möglich, wenn sie ihren ganz persönlichen Interessen nachgehen. Leistungsdruck bei Kindern wirkt leider oft nur kontraproduktiv und führt zu Vermeidung. Außerdem lernen sie sich selbst dabei nicht kennen, wenn sie immer nur äußeren Impulsen folgen und nicht lernen auf ihr Bauchgefühl zu hören.

Gruppenzwang mildern

Auch das heitere Unangepasst-sein Pippis in Sachen Outfit wirkt auf uns entspannend. Aber während Pippi mit den zwei verschiedenen Ringelstrümpfen und ihren Riesenlatschen freudig durch ihr kunterbuntes Haus tanzt, herrscht heutzutage in Grundschulklassen für Mädchen und Jungs oft schon ein Wettkampf der neuesten Trends. Wer nicht auf dem aktuellen Stand ist, gehört nicht dazu. Einerseits leben Stars und Sternchen unseren Kleinen ausgeprägten Individualismus vor, auf der anderen Seite treibt aber ein gewisser Herdentrieb in die Uniformität. Wer seinem Kind bei diesem Spagat helfen will, muss ein guter Zuhörer sein und auch etwas Toleranz mit in die Waagschale werfen. Oft ist es schon hilfreich zu vermitteln, dass die Kleinen nicht jedem gefallen müssen, solange sie mit sich selbst zufrieden sind.

Neben weiteren Tipps, wie Sie gemeinsam als Familie Schulstress bewältigen können, finden Sie in der Kategorie „Ideen“ abwechslungsreiche Inspirationen für den Alltag.

Bild: pressdigital / iStock Kollektion / thinkstockphotos.de

Bild: pressdigital / EssentialsCollection / istockphoto.com

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