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Kinder vegetarisch ernähren: Vor- und Nachteile

28. Februar 2019 von SKD BKK

Von Gemüselasagne über Ratatouille bis hin zu Tofu-Burgern – Kinder vegetarisch zu ernähren kann richtig Spaß machen, wenn man weiß wie. Immer mehr Familien verbannen heutzutage Fleisch aus ihrem Speiseplan. Laut der Studie „Verbreitung der vegetarischen Ernährungsweise in Deutschland“ des Robert Koch Instituts aus dem Jahr 2016 ernähren sich 4,3 % der Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren vegetarisch. Durch die hohe Nachfrage ist auch das Angebot an fleischlosen Alternativen in den Supermarktregalen deutlich gestiegen. Mittlerweile ist „Veggie“ auch bei den jüngeren Generationen immer beliebter. Doch Vorsicht: Eine unausgewogene, vegetarische Ernährung kann gerade während der Wachstumsphase zu erheblichen Mangelerscheinungen führen. Wir verraten Ihnen die Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung für Kinder.

Warum „Veggie“?

Von der Liebe zum Tier bis hin zum Schutz der Umwelt – die Beweggründe für eine vegetarische Ernährung sind vielseitig. Ob sich Kinder vegetarisch ernähren, weil es die Eltern so vorgeben, oder aus eigenem Willen – gerade in Familien ist die Motivation zur Umstellung und die genaue Ausprägung verschieden. Jugendliche leben zum Beispiel aus sozialen Gründen „veggie“: So kann das Ausleben eines bestimmten Lebensgefühls oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe Ursache für die Umstellung sein. Aber auch die Emanzipation von den Eltern sowie das Meiden von tierischen Produkten als Protest zum Tierwohl sind Gründe.

„Vegetarisch“ will gelernt sein – der Nachteil vegetarischer Ernährung

Wer Kinder vegetarisch ernähren will, muss sich auch damit auseinandersetzen, welche Nährstoffe der Körper braucht. In der Wachstumsphase kann es durch einen unüberlegten Verzehr von überwiegend pflanzenbasierten Lebensmitteln zum Auftreten von Mangelerscheinungen kommen. Deshalb sollten Eltern ganz besonders auf die ausreichende Zufuhr von bestimmten Nährstoffen achten:

1. Eisen und Vitamin C

Der Körper kann Eisen nicht selbst bilden, braucht es aber dringend für Blut, Muskeln und Leber. Tierisches Eisen nimmt der Körper viel besser auf, als pflanzliches. Allerdings kann durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin C die Verwertung pflanzlichen Eisens deutlich gesteigert werden. Eisen steckt zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkorngetreide, Feldsalat, Tofu oder Rucola.

2. Kalzium und Vitamin D

Während der Pubertät brauchen Jugendliche auch besonders viel Kalzium. Durch Milchprodukte, Hülsenfrüchte sowie Blattgemüse lässt sich auch in diesem Fall ein Nährstoffmangel vermeiden. Vitamin D, welches zum Beispiel in sonnengereiften Pilzen oder Margarine steckt, unterstützt die Kalziumaufnahme des Körpers. Jeden Tag ein bisschen Sonne tanken, ist für den Vitamin-D-Haushalt ebenso zu empfehlen.

3. Omega-3-Fettsäuren

Innerhalb einer vegetarischen Ernährung bieten nur hochwertige Pflanzenöle wie Lein-, Walnuss- sowie Rapsöl die essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Der Körper braucht diese zum Beispiel für das Herz-Kreislauf-System.

4. Zink

Für Wachstum und Wundheilung ist außerdem auch Zink ein wichtiger Bestandteil. Nüsse, Hülsenfrüchte, Ölsamen sowie Vollkorngetreide sind deshalb unbedingt in den Ernährungsplan zu integrieren.

5. Vitamin B12

Das lebenswichtige Vitamin B12 kann nur über tierische Lebensmittel aufgenommen werden. Vegetarier können auch über Eier und Milchprodukte ihren Bedarf gut abdecken. Bei einer veganen Ernährung müssen Eltern allerdings auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, um eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung zu garantieren.

Tipps für eine ausgewogene, vegetarische Ernährung

Damit Ihre Kleinen auch ohne Fleisch genügend Nährstoffe zu sich nehmen, ist die richtige Auswahl von Lebensmitteln sehr wichtig. Die folgenden Punkte sollten Sie deshalb unbedingt beachten, um Mangelerscheinungen zu vermeiden:

  • mehrmals am Tag viel frisches Obst und Gemüse
  • Vollkornprodukte mit eisenreichen Getreidesorten, wie zum Beispiel Hafer oder Hirse
  • eisenreiches Gemüse (Spinat, Feldsalat, Linsen, weiße Bohnen, Erbsen, Mangold, usw.)
  • eisenreiche Nüsse, Hülsen- und Trockenfrüchte (z. B. Kürbiskerne, Leinsamen, Pistazien, getrocknete Aprikosen,…)

Die Vorteile der vegetarischen Ernährung – warum sie so wertvoll ist

Für die Gesundheit – auch bei Kindern – ist die vegetarische Ernährung richtig gut: Die überwiegend pflanzliche sowie ballaststoffreiche Ernährung hat deutlich weniger Kalorien als eine fleischlastige. Die Folge: ein gesundes Körpergewicht! Dazu treten Zivilisationskrankheiten, wie Bluthochdruck und Diabetes-Typ-2 seltener auf. Risiken, wie Verstopfung und daraus entstehende Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Darmkrebs, werden ebenfalls durch die ballaststoffreiche Ernährung reduziert. Neben den Vorteilen für die eigene Gesundheit beeinflusst der Vegetarismus natürlich auch die Umwelt, das Klima sowie die Tierhaltung. Durch den Verzicht auf Fleisch werden weltweit natürliche Ressourcen geschont und Kindern dazu ein Umweltbewusstsein vermittelt. Ein weiteres Plus: Vegetarisch Kochen ist super einfach und ein Spaß für die ganze Familie! Probieren Sie doch mal unseren leckeren SKD-Gurkenburger mit Möhren-Frites.

Kinder vegetarisch ernähren – eine Ernährungsberatung hilft

Dass eine vegetarische und vegane Ernährung problemlos möglich ist, zeigen auch vorläufige Ergebnisse der VeChi-Studie. Allerdings zeigt sich auch hier deutlich: Wer sein Kind vegetarisch ernähren oder dieses bei der Entscheidung unterstützen will, sollte sich vorab genau damit auseinandersetzen und die Nahrungsumstellung ausführlich mit einem Arzt besprechen. Sofern die entsprechenden Lebensmittel den Nährstoffbedarf von Kindern abdecken und alle gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann diese Art der Ernährung in jeder Lebensphase eingesetzt werden.

Bild: evgenyatamanenko / EssentialsCollection / istockphoto.com

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