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Gärtnern mit Kindern? Ganz wichtig!

03. Juli 2019 von SKD BKK

Ursprung des Wortes „Kindergarten“

Warum heißt der Kindergarten eigentlich Kinder-GARTEN? Das Wort Kindergarten ist schon so in unserem Alltag verwurzelt, dass wir gar nicht mehr auf den Bestandteil „Garten“ achten. Dieser legt ja eigentlich nahe, dass das Konzept ursprünglich in der Natur, bzw. im Freien stattfinden müsste.

Wer hat den Kindergarten erfunden?

Sowohl das Konzept des Kindergartens als auch das Wort an sich stammt von Friedrich Fröbel, ein Pionier der Frühpädagogik. Bereits 1840 gründete er den ersten Kindergarten in Bad Blankenburg, Thüringen. Er war einer der ersten, der erkannte, wie wichtig die frühkindliche Bildung ist – und dafür auch gleich eine entsprechende Idee hatte!

Die Ergänzung zum Elternhaus

Fröbel fand, dass die Erziehung im Elternhaus ergänzt werden sollte und Kinder gemeinsam mit Gleichaltrigen lernen und spielen sollten. Warum er dieses Konzept Kindergarten nannte, erläuterte er wie folgt: „Wie in einem Garten unter Gottes Schutz und unter der Sorgfalt erfahrener, einsichtiger Gärtner im Einklang mit der Natur, so sollen hier die edelsten Gewächse, Menschen, Kinder als Keime und Glieder der Menschheit, in Übereinstimmung mit sich, mit Gott und der Natur erzogen werden.“ Wie man sieht, wählte er das Wort „Garten“ mit Bedacht – und zieht auch einen recht schlüssigen Vergleich.

Gärtnern mit Kindern – ganzheitliche Entwicklung

Fröbel war vor allem eine ganzheitliche Entwicklung wichtig: Kinder sollten sich möglichst frei entwickeln dürfen. Er war der Meinung, dass Kinder bereits ganz viel Wissen in sich tragen. Eines seiner berühmten Zitate lautet „Bei der Erziehung muss man etwas aus dem Menschen herausbringen und nicht in ihn hinein!“

Warum Gärtnern mit Kindern wichtig ist

Zu einer ganzheitlichen Erziehung gehört auch das spielerische Lernen in freier Natur – zum Beispiel ein Kinder-Garten im Kindergarten! Es gibt viele Punkte, die für das Gärtnern mit Kindern sprechen:

  • Die Menschheit hängt maßgeblich von Pflanzen ab! Pflanzen reinigen die Luft und wir brauchen sie als Lebensmittel oder als Basis für Lebensmittel. Eine Tatsache, die wir Kindern auf dem Weg in ihre Zukunft mitgeben müssen, so dass sie ihre Zukunft entsprechend mitgestalten können.
  • Ein Garten ist lebendig und wertet jede pädagogische Bildungsstätte auf.
  • Im Garten gehen Menschen in Beziehung zu Erde, Pflanzen, Tieren und auch Menschen. Viele Kinder entfremden sich zunehmend von der Natur – dem gilt es, entgegenzuwirken!
  • Beim Gärtnern mit Kindern werden Fähigkeiten entwickelt, die auch in der Schule und sogar später im Berufsleben wichtig sind.
  • Beim gemeinsamen Anlegen eines Gartens werden soziale Kompetenzen gefördert.
  • Vermeintlich unwichtige Arbeiten, die auch von der Gesellschaft oft nicht wertgeschätzt werden, erscheinen schnell in einem anderen Licht: Kinder erleben hautnah, wie viele Kenntnisse und welch großer Aufwand nötig ist, um selbst die kleinste Pflanze aufzuziehen.
  • Kinder-Garten wirkt ausgleichend: schon Kinder verbringen viel zu viel Zeit unbeweglich sitzend und „denkend“ in Innenräumen. Wer Gärtnern mit Kindern fördert, fördert nicht nur den Kopf, sondern auch „Herz und Hand“!

Gärtnern mit Kindern – viele gute Gründe sprechen dafür

  • Gärtnern mit Kindern sorgt für eine unendliche Vielfalt an Sinneserfahrungen! Sonne, Regen, Wind, Kälte, Wärme, angenehme und unangenehme Gerüche, das Gefühl von Erde, Ästen, zarten und stacheligen Pflanzen, Holz, Laub, Gras, reife Früchte, frisches Gemüse – all das eröffnet Kindern eine reale, begreifbare Welt der Wunder.
  • Kinder, die Gärtnern, lernen über Tod und Vergänglichkeit, über Auf- und Vergehen, über die immer wiederkehrende Auferstehung im Frühling und den Abschied im Herbst. Geduld, sorgsame Pflege und Gewissenhaftigkeit bringen reine Freude über eine selbst gezogene Pflanze hervor – und die erste, eigene Ernte wird unvergesslich bleiben.
  • Lebensmittel zeigen sich in einem neuen Licht. Kaum ein Kind wird verächtlich Salat „entsorgen“, wenn es ihn vorher viele Tage vor Schnecken beschützt hat… Gärtnern mit Kindern fördert so den Respekt von Lebensmitteln.
  • In einem Garten für Kinder werden die im Unterricht vermittelten, oft trockenen naturwissenschaftlichen Fächer mit Leben gefüllt, ökologische und kulturelle Zusammenhänge werden fächerübergreifend hergestellt.

Kinder im Garten: da blüht Freude auf!

  • Ein Garten ist ein Ort der echten Schönheit und Ästhetik. Hier kann sich erholt und ausgeruht werden. „Die Erschaffung einer kleinen Blume ist das Werk von Jahrtausenden“, sagte William Blake. Auch Cicero hatte eine eindeutige Meinung zum Thema Garten: „Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Van Gogh lobte die farbenfrohe Vielfalt des Gartens: „Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen, zusammenstehen, kann niemals ein Bild der Disharmonie entstehen.“ Ein Garten ist ein Ort, an dem Kinder lernen, Schönheit zu entdecken und sie zu schätzen.
  • Ein Garten bedeutet Verantwortung. Selbst die Kleinsten können hier ernsthafte, wichtige Aufgaben übernehmen. Gärtnern mit Kindern ist eine gute Methode, um Kinder wirklich ernst nehmen und ihnen auf Augenhöhe begegnen zu können.
  • Es braucht übrigens keinen 800qm-Garten, um das Projekt „Gärtnern mit Kindern“ wahr werden zu lassen. Schließlich reicht dazu sogar schon ein Balkon. Leander Bertsch aus Niederbayern gewann zum Beispiel den Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen!„, denn auf wenigen Quadratmetern schuf der 15-jährige ein Bienen-Paradies, mit wenig Geld und viel Begeisterung!
  • Und zu guter Letzt: Gärtnern mit Kindern macht einfach GANZ VIEL SPASS!

Wussten Sie eigentlich, dass deshalb viele Schulen schon ein grünes Klassenzimmer haben? Hier lesen Sie mehr zum Thema.

Bild: romrodinka / istockphoto.com

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