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Von der U1 bis zur U6 – Früherkennungsuntersuchungen für Kinder im ersten Jahr

26. April 2019 von SKD BKK

Insgesamt stehen ab der Geburt bis hin zum Teenageralter 14 Früherkennungsuntersuchungen für Kinder an. Bei jedem Termin werden Körperlänge, Gewicht sowie Kopfumfang gemessen und die Entwicklungsschritte kontrolliert. Dadurch lassen sich Erkrankungen sowie Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen und wenn nötig gezielt behandeln. Alle Ergebnisse werden in einem gelben Kinderuntersuchungsheft festgehalten. Dieses wird bei jedem Termin dem Arzt vorgelegt. Wir verraten Ihnen, welche Vorsorgeuntersuchungen im ersten Jahr anstehen und wie diese ablaufen.

U1: Erstuntersuchung – direkt nach der Geburt

Direkt nach der Entbindung findet die erste Untersuchung des Säuglings statt. Dabei überprüft der Arzt zuerst alle lebenswichtigen Funktionen, vergewissert sich, dass sich das Neugeborene bei der Geburt keine Verletzungen zugezogen hat und keine Fehlbildungen vorliegen. Anhand des APGAR-Wertes wird die Atmung, der Herzschlag, die Reflexe, die Muskelspannung sowie die Hautfarbe des Neugeborenen insgesamt dreimal überprüft ­– direkt nach der Geburt, nach fünf Minuten und erneut nach zehn Minuten. Damit ein Sauerstoffmangel ausgeschlossen werden kann, wird zusätzlich eine Blutprobe der Nabelschnur entnommen, anhand deren der pH-Wert bestimmt wird. Nach Absprache mit den Eltern bekommt der Säugling Vitamin-K-haltige Tropfen, um inneren Blutungen vorzubeugen.

U2: Grunduntersuchung von Kopf bis Fuß – zwischen dem dritten und dem zehnten Lebenstag

Innerhalb des dritten und des zehnten Lebenstags findet die zweite Untersuchung statt. Im Fokus steht dabei das Neugeborenen-Screening zur Überprüfung des Nervensystems und der Organfunktionen. Mit einem Stethoskop hört der Arzt Lunge, Herz sowie Darm ab. Durch eine Blutentnahme aus der Vene des Handrückens oder der Ferse lassen sich Stoffwechselstörungen und hormonelle Erkrankungen ausschließen.

Auf folgende Bereiche wird bei dieser Untersuchung besonders geachtet:

  • allgemeines Wohlbefinden des Babys
  • Anpassung an die Umgebung
  • Atmung
  • Herzschlag
  • Verdauung
  • Anzeichen auf Gelbsucht

U3: Kontrolle der Entwicklung des Säuglings und erste Impfungen – 1. Monat

Zwischen der vierten und fünften Lebenswoche steht der dritte Vorsorgetermin der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder an. Dabei handelt es sich meist um die erste Untersuchung direkt beim Kinderarzt. Der allgemeine Zustand und die Entwicklung des Säuglings werden vom Arzt überprüft. Körperfunktionen, Hör- und Sehvermögen sowie angeborene Reflexe werden getestet. Anschließend folgt ein Ultraschall des Hüftgelenks, um Fehlbildungen und Fehlstellungen auszuschließen. Der Arzt spricht außerdem seine Empfehlungen für die ersten anstehenden Impfungen aus und auch auf das Trink-, Verdauungs- sowie Schlafverhalten wird genauer eingegangen.

U4: Untersuchung motorischer Fähigkeiten ­– 3. bis 4. Monat

Die körperliche sowie geistige Entwicklung, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen des Babys werden in der vierten Untersuchung zwischen dem 3. Und 4. Lebensmonat anhand verschiedener Übungen überprüft. Außerdem kontrolliert der zuständige Kinderarzt, ob die Knochenlücke am Kopf ausreichend groß ist, damit der Schädel problemlos wachsen kann. Durch Abtasten werden Leber, Milz, Nieren sowie Knochengerüst kontrolliert. Um Sehschwächen und Hörschäden auszuschließen, werden Tests durchgeführt. Falls noch nicht bereits geschehen, wird dieser Termin mit den ersten Schutzimpfungen, wie beispielsweise Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b verbunden.

U5: Fünfte Vorsorgeuntersuchung – 6. bis 7. Monat

Sobald das Kind ein halbes Jahr alt ist, steht bereits die nächste Vorsorgeuntersuchung an. Erneut werden die Entwicklungsschritte, Körperfunktionen und Hör- sowie Sehvermögen getestet. In diesem Alter ist der Nachwuchs bereits um einiges aktiver. Anhand von spielerischen Übungen werden außerdem Beweglichkeit, motorische Entwicklungen und Reflexe überprüft.

U6: Einjahresuntersuchung

Zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat ist die Einjahresuntersuchung an der Reihe. Dieser Termin beginnt zuerst mit einem allgemeinen Check der Körperfunktionen. Durch Abtasten werden außerdem die Organe untersucht. Da die kleinen Schützlinge in dieser Phase große Entwicklungsfortschritte machen, steht die Körperbeherrschung im Fokus. Folgende Fähigkeiten werden während der Untersuchung getestet:

  • Kann das Baby schon krabbeln?
  • Kann das Kind mit gestreckten Beinen sowie mit geradem Rücken frei sitzen oder bereits alleine stehen?
  • Nutzt das Kind Gegenstände, um sich beim Aufstehen hochzuziehen?
  • Setzt der Nachwuchs die Arme beim Fallen ein, um sich abzustützen?
  • Greift der Sprössling mit Daumen und Zeigefinger anstatt mir der ganzen Hand?

Außerdem werden weitere Impfungen und die Zahngesundheit besprochen.

Fazit: Früherkennungsuntersuchungen für Kinder

Da die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder auf die jeweiligen Entwicklungsstufen ausgerichtet sind, gibt es feste Zeiträume, die eingehalten werden sollten. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Von der U7 bis zur J2 – nach dem ersten Lebensjahr gibt es außerdem acht weitere Vorsorgeuntersuchungen, die in bestimmten Abständen bis hin zum Teenager-Alter anstehen.

Weitere Tipps und Informationen rund um das Thema Gesundheit finden Sie auf unserem „Blog“.

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