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Erstversorgung von Kindern: So handeln Sie richtig im Notfall

14. Dezember 2018 von SKD BKK

Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2018 (KIGGS) des Robert Koch-Instituts wurden 17,4 % aller Kinder im Alter von ein bis sieben Jahren in den letzten 12 Monaten aufgrund eines Unfalls ärztlich behandelt. Bei der Hälfte der Verletzungen war ein Gegenstand oder ein Produkt beteiligt. Kleinkinder verletzten sich am häufigsten an Schlaf- oder Sitzmöbeln, wohingegen ab dem Schulalter sehr oft Gegenstände aus dem Sport- und Freizeitbereich beteiligt waren. Besonders bei Verletzungen in jüngeren Jahren sind es oft die Eltern, die zuerst am Ort des Geschehens sind. Deshalb ist es wichtig, gerade in solchen Situationen die wichtigsten Erste-Hilfe-Handgriffe zu kennen. Wir verraten Ihnen, was es alles bei der Erstversorgung von Kindern zu beachten gibt, damit Sie im Notfall richtig handeln.

Vorgehensweise bei Notfällen – Erstversorgung von Kindern

Gerade wenn es sich um das eigene Kind handelt, fällt es schwer, nicht in Panik zu geraten. Im Notfall geht durch hektisches Verhalten wertvolle Zeit verloren. Um angemessen auf die Situation zu reagieren sowie den Überblick zu behalten, ist es enorm wichtig, bei Unfällen die Ruhe zu bewahren. Anschließend gehen Sie Schritt für Schritt folgende Punkte durch:

  1. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über die Situation.
  2. Treffen Sie in Gefahrensituationen wichtige Schutzmaßnahmen.
  3. Retten Sie Ihr Kind anschließend aus dem Gefahrenbereich.
  4. Beruhigen Sie das Kind und prüfen Sie das Bewusstsein, die Atmung, den Herzschlag und suchen Sie den Körper nach Verletzungen ab.
  5. Rufen Sie den Notarzt und beantworten Sie die fünf W-Fragen:
    – Wer ist verletzt? Wie viele Verletzte gibt es?
    – Wo ist es geschehen?
    – Was ist geschehen?
    – Welche Verletzungen sind nach dem ersten Check vorhanden?
    – Warten Sie auf Rückfragen
  6. Erstversorgung von Kindern starten: Gehen Sie dabei in der Reihenfolge nach Wichtigkeit vor. Hierbei können Sie sich an den Leitsymptomen orientieren.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Die Maßnahmen der Erstversorgung von Kindern sind abhängig von der jeweiligen Situation. Prüfen Sie zuerst immer die lebenswichtigen Funktionen und reagieren Sie entsprechend darauf bis zum Eintreffen des Notarztes.

  • Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage, Körperwärme erhalten
  • Herz- und Atemstillstand: Mund-zu-Mund-Beatmung, Herz-Lungen-Massage, falls vorhanden automatisierten externen Defibrillator(AED) einsetzen, Körperwärme erhalten
  • Verletzungen: sterile Abdeckung der Wunde, Körperwärme erhalten
  • Starke Blutungen: Blutstillung durch Druckverband, Schocklage herstellen
  • Verätzungen: betroffene Stellen mit klarem Wasser abspülen
  • Unterkühlung: nasse Kleidung ausziehen, Körper vor dem Auskühlen bewahren, zum Beispiel mit der eigenen Körperwärme oder falls vorhanden einer Wärmedecke
  • Verbrühungen und Verbrennungen: nasse oder eingebrannte Kleidungsstücke falls möglich ausziehen, betroffene Stellen unter fließendem handwarmen Wasser kühlen, falls vorhanden Rettungsfolie um das Kind wickeln
  • Knochenbrüche: betroffene Körperteile ruhigstellen und kühlen
  • Vergiftungen: Reste aus dem Mund des Kindes entfernen, stilles Wasser zum Trinken geben, keinen Brechreiz hervorrufen
  • Fremdkörper in Nase oder Ohr: Fremdkörper nicht selbst entfernen
  • Zahnverletzungen: ausgebrochene Zähne in einer feuchten Umgebung transportieren

Fazit: Erstversorgung von Kindern

Die vorherigen Maßnahmen ersetzen keinen Erste-Hilfe-Kurs, sondern dienen nur als Orientierung. Damit Sie im Ernstfall gut vorbereitet sind und zusätzlich Routine bekommen, empfiehlt es sich, an einem Kurs teilzunehmen und die Erstversorgung von Kindern von Grund auf zu lernen.

Weitere nützliche Tipps finden Sie in der Kategorie „Gesundheit“.

Bild: vgajic / SignatureCollection / istockphoto.com

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